Tiroler BäckerInnen

19.03.2020

Innungsmeister Erwin Margreiter und Stellvertreter Gerd Jonak zur aktuellen Lage der Bäcker in Tirol

Die Tiroler BäckerInnen gehören gerade in schwierigen Zeiten zu einer verlässlichen Stütze der Gesellschaft. Allerdings ist mit dem Tourismus ein wichtiger Geschäftszweig geschwächt. Wie sehen sie die aktuelle Situation der BäckerInnen im Land?

Erwin Margreiter: “Diese Krise kam auch für unseren Berufsstand sehr überraschend. Noch vor wenigen Tagen wäre dieses Ausmaß unvorstellbar gewesen. Wir sind natürlich auch vom Tourismus abhängig. Insofern müssen auch wir lernen, mit den Gegebenheiten umzugehen. Allerdings haben wir branchenintern einen guten Zusammenhalt und viele fleißige MitarbeiterInnen, denen der größte Dank gebührt. Das stimmt uns optimistisch.”

 

Wird aktuell mehr Brot vom heimischen Bäcker nachgefragt?

Erwin Margreiter: “Ja, in gewissen Produktsegmenten schon. Großbrotsorten sind sehr gefragt. Vor allem der „Schwarze Wecken“, da er eine lange Haltbarkeit hat.”

 

Ist die Rohstoffversorgung für die Tiroler BäckerInnen gesichert?

Gerd Jonak: “Dank unserer zwei Tiroler Mühlen Rauch und Wieshofer ist die Versorgung bestens gesichert. Wir werden regelmäßig mit Lieferungen versorgt. Die vollen Getreidelager garantieren uns Mehl für die nächsten Monate.”

 

Gibt es Schwierigkeiten bei der Auslieferung?

Erwin Margreiter: “Bis dato sind mir keine Probleme bekannt. Natürlich wird es von Tag zu Tag schwieriger, wenn das ganze Land unter Quarantäne steht. Zur Versorgung dürfen allerdings Rohstoffe angeliefert werden. Unsere Kollegen meistern die Situation sehr gut.”

 

Hat die aktuelle Ausnahmesituation Auswirkungen auf die Bedeutung des regionalen Handwerks?

Gerd Jonak: “Die Bedeutung des heimischen Handwerks und speziell des Bäckerstandes steigt stetig, das war bereits vor dieser Krise so. Die Menschen schätzen die Verlässlichkeit. Und der heimische Bäcker garantiert ihnen diese täglich. Wir bekommen regelmäßiges gutes Feedback von unseren Kunden. Vor allem bedanken wir uns jetzt aber bei unseren MitarbeiterInnen. Sie sind die Stütze, die auch in einer so schwierigen Zeit im wahrsten Sinne das tägliche Brot für alle Tirolerinnen und Tiroler sichern.”