Tiroler BäckerInnen

29.10.2020

Tirols next BäckermeisterInnen am WIFI Innsbruck

Kneten, lernen, üben – sechs BäckerInnen haben jedes Jahr ein gemeinsames Ziel: Den Meistertitel. Der Ötztaler Bäckermeister Gerhard Gstrein bereitet die KursteilnehmerInnen am WIFI Innsbruck auf die bevorstehende Prüfung vor.

Am WIFI Innsbruck bereiten sich angehende BäckermeisterInnen auf die Prüfung vor.
© Provisuals / Markus Rosentreter

„Es ist noch keiner vom Himmel gefallen“, lacht der erfahrene Bäcker aus Längenfeld. Gerhard Gstrein führt den Ötztaler Familienbetrieb „Gstrein’s Brot“ mit Leidenschaft. Seit zwei Jahren agiert er als Vorbereiter für die Meisterprüfung am WIFI.

Fachkräfte von morgen

Mindestens sechs TeilnehmerInnen treten in Tirol jährlich zur Prüfung an. Während der vierwöchigen Ausbildungszeit sind die zukünftigen BäckermeisterInnen gefordert: Maschinenkunde, Unternehmensführung, Kalkulationen und Handwerksgeschick – die Ansprüche sind hoch. Auch MeisteranwärterInnen aus Vorarlberg, Salzburg, Südtirol und Kärnten kommen nach Innsbruck, um die Ausbildung zu absolvieren.

Handwerk bewahren

BäckermeisterIn zu sein bedeutet nicht nur ein höheres Gehalt. In Tirol sichern die Backstuben das täglich‘ Brot. „Wenn es keine Meister mehr gibt, sterben die Betriebe“, betont Gstrein. Die Prüfung ist Voraussetzung, um eine eigene Bäckerei zu führen. Gstrein ist sich seiner Verantwortung als Ausbildner bewusst. Er versucht den SchülerInnen möglichst viel von seiner Erfahrung mitzugeben. Das theoretische Grundwissen sollten die Auszubildenden bereits mitbringen, alles andere steht in einem Lehrbuch. Im Praxisunterricht perfektionieren die Bäckerinnen und Bäcker ihr Handwerk: Zöpfe flechten, Handsemmel formen, die richtige Temperatur und Garzeit abschätzen. Am Prüfungstag zählen Tempo, Genauigkeit, Geschick und theoretisches Wissen.

Mehr als 100 Meister in 10 Jahren

Erst vor zwei Jahren übernahm Gerhard Gstrein die Funktion als Kursleiter von seinem Vorgänger Peter Zangerl. „Ich habe in zehn Jahren zwischen 100 und 150 BäckermeisterInnen ausgebildet“, erinnert sich der ehemalige Innungsmeister Zangerl. Besonders stolz ist er auf die hohe Ausbildungsqualität in Tirol. Für die Zukunft wünscht sich der „Kaunertaler Bäck“ wieder mehr begeisterte Bäckerinnen und Bäcker, die den Weg zum Meister gehen. „Es gehört viel Fleiß dazu. Man sollte nicht vergessen, dass die eigentliche Prüfung erst beginnt, sobald man den Meistertitel hat“.